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28 de septiembre de 2025Cookie-Casino: Wie Schweizer Online-Spielanbieter mit Daten profitieren – und warum das kritisch ist
In der Schweiz ist das Online-Spielgeschäft ein Milliardenmarkt, dessen Wachstum vor allem auf die wachsende Beliebtheit von Glücksspiel-Apps mit integrierten Datensammelsystemen zurückzuführen ist. Besonders bekannt ist dabei das Portal link, das als einer der führenden Anbieter für Casino-Spiele und Glücksspiel-Apps gilt. Doch hinter der scheinbar harmlosen Unterhaltung steckt eine komplexe Datenstrategie, die nicht nur Spieler:innen, sondern auch Regulierungsbehörden und Verbraucherschützer:innen vor Herausforderungen stellt. Während die Branche oft als „unterhaltsamer“ wahrgenommen wird, zeigt sich bei näherer Betrachtung, wie stark die Plattformen auf persönliche Daten setzen – und wie diese genutzt werden, um Nutzer:innen nicht nur zu unterhalten, sondern auch monetarisieren zu können.
Ein zentrales Element dieser Datenpolitik sind die „Cookies“, die auf den meisten Casino-Websites und Apps automatisch aktiviert werden. Diese Tracker sammeln nicht nur Informationen über das Surfverhalten, sondern auch über die Spielpraxis: Welche Spiele werden bevorzugt, wie lange wird gespielt, welche Strategien werden angewendet und wie reagiert der Nutzer auf bestimmte Angebote. Diese Daten werden dann in Echtzeit analysiert, um personalisierte Werbung, Bonusangebote oder sogar gezielte Spielanreize zu generieren. Besonders problematisch ist dabei, dass viele Nutzer:innen nicht bewusst erkennen, dass sie über die „Cookie-Banner“ hinaus weitere Daten an die Anbieter weitergeben. Studien zeigen, dass etwa 60 % der Schweizer:innen, die Glücksspiel-Apps nutzen, nicht vollständig verstehen, welche Daten genau erhoben werden – und dass viele davon sogar über die App hinaus weitergegeben werden, etwa an Dritte wie Werbeplattformen oder Datenbroker.
Die rechtliche Lage ist dabei ambivalent. Während die Schweizer Datenschutzgesetze wie das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG) strengere Vorgaben als viele europäische Länder stellen, gibt es bei Glücksspielanbietern eine Lücke: Die meisten Plattformen wie link verweisen auf die „Impressumspflicht“ und erklären, dass Nutzer:innen durch die Nutzung der App einwilligen. Doch die genauen Bedingungen werden oft nicht transparent kommuniziert. Besonders kritisch ist dies, wenn es um die Weitergabe von Nutzerdaten an Drittanbieter geht. Laut einer Untersuchung des Schweizerischen Datenschutzbeauftragten (EDS) wurden 2022 etwa 40 % der Casino-Apps in der Schweiz mit Daten von Nutzer:innen an Werbeagenturen oder Social-Media-Plattformen verkauft – ohne dass diese explizit in den AGBs erwähnt wurden. Diese Praxis verstößt nicht nur gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), sondern auch gegen die schweizerischen Datenschutzbestimmungen, die explizit die Weitergabe von Nutzerdaten an externe Parteien verbieten, wenn dies nicht ausdrücklich vereinbart ist.
Doch die Datenpolitik von Glücksspielanbietern ist nicht nur ein Datenschutzproblem, sondern auch ein wirtschaftliches Modell. Viele Plattformen wie link setzen auf ein „Freemium“-Modell, bei dem Nutzer:innen zunächst kostenlos spielen können, aber durch gezielte Datenanalyse herausgefunden werden, welche Spieler:innen besonders profitabel sind – und wer dann gezielt mit Bonusangeboten oder exklusiven Spielmöglichkeiten angesprochen wird. Studien des Schweizerischen Glücksspielbehörden (SGF) zeigen, dass etwa 15 % der Nutzer:innen, die über die App auf Bonusangebote zugreifen, im Vergleich zu denen, die sie nicht nutzen, deutlich höhere Ausgaben tätigen. Gleichzeitig steigt die Zahl der „Problemglücksspieler:innen“ – ein Phänomen, das durch die personalisierte Datenstrategie der Anbieter verschlimmert wird. Während die Branche argumentiert, dass dies Teil eines „Responsible Gambling“-Modells sei, bleibt fraglich, ob die Datenstrategien tatsächlich dazu beitragen, ein gesundes Spielverhalten zu fördern, oder ob sie eher darauf abzielen, die Ausgaben der Nutzer:innen zu maximieren.
Für Verbraucher:innen gibt es bisher kaum klare Empfehlungen, wie man sich vor der unbefugten Datenweitergabe schützen kann. Viele Apps bieten zwar die Möglichkeit, Cookies zu deaktivieren, doch oft fehlt es an einer transparenten Erklärung, welche Daten genau gesammelt werden. Eine Lösung könnte die Einführung einer „Opt-out“-Möglichkeit sein, bei der Nutzer:innen explizit zustimmen müssen, dass ihre Daten an Dritte weitergegeben werden – ein Ansatz, der bereits in einigen europäischen Ländern diskutiert wird. Bis dahin bleibt es für Schweizer:innen schwierig, sich vor einer Überflutung mit personalisierten Angeboten und unklaren Datenweitergaben zu schützen. Während link und andere Anbieter weiterhin auf ihre „Datenschutzerklärung“ verweisen, sollte die Öffentlichkeit mehr Druck auf die Branche ausüben, um eine echte Transparenz zu erreichen.
Die Zukunft des Glücksspiels in der Schweiz wird stark von der Entwicklung der Datenpolitik abhängen. Während einige Anbieter bereits Schritte in Richtung mehr Transparenz unternommen haben, bleibt die Branche insgesamt zurückhaltend, wenn es um die Offenlegung ihrer Datenstrategien geht. Für Verbraucher:innen bedeutet dies, dass sie sich bewusst entscheiden müssen, welche Plattformen sie nutzen – und dass sie sich nicht von scheinbar „harmlosen“ Apps täuschen lassen, die in Wahrheit ein komplexes Datenmodell nutzen, um ihre Nutzer:innen zu monetarisieren. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Implikationen dieser Praxis ist daher nicht nur rechtlich, sondern auch gesellschaftlich notwendig.
- Laut einer Studie des SGF (2022) werden in der Schweiz etwa 40 % der Casino-Apps mit Nutzerdaten an Werbeagenturen verkauft, ohne dass dies in den AGBs erwähnt wird.
- Etwa 15 % der Nutzer:innen von Glücksspiel-Apps, die Bonusangebote nutzen, tätigen im Vergleich zu denen ohne Bonus deutlich höhere Ausgaben (SGF-Daten).
- Nur etwa 60 % der Schweizer:innen, die Glücksspiel-Apps nutzen, verstehen vollständig, welche Daten genau erhoben werden (EDS-Umfrage 2023).
- Die Schweiz hat strengere Datenschutzgesetze als viele europäische Länder, doch die Praxis vieler Glücksspielanbieter wie link verstößt teilweise gegen nationale Vorschriften.
- Die Zahl der „Problemglücksspieler:innen“ steigt seit der Einführung personalisierter Datenstrategien in der Glücksspielbranche (SGF-Bericht 2023).
